Bertolt Brecht, Flüchtlingsgespräche (1940/41, im dänischen Exil):
"Der Paß", meditiert der Untersetzte, "ist der edelste Teil von einem Menschen.
Er kommt auch nicht auf so einfache Weise zustand wie ein Mensch.
Ein Mensch kann überall zustandkommen, auf die leichtsinnigste Art und ohne gescheiten Grund, aber ein Paß niemals.
Dafür wird er auch anerkannt, wenn er gut ist, während ein Mensch noch so gut sein kann und doch nicht anerkannt wird."
 


Aktuelle oder neue Literatur: vielleicht auch für Sie interessant...

Wissenschaftlich:
Th. Bauer (2018) Die Vereindeutigung der Welt: Über den Verlust an Mehrdeutigkeit und Vielfalt. Stuttgart: Reclam
P. Bourdieu (2017) Sprache. Schriften zur Kultursoziologie I. Frankfurt: Suhrkamp

Y. Ekinci/E. Montanari/L. Selmani (Hg.) (2017) Grammatik und Variation. Festschrift für Ludger Hoffmann. Heidelberg: Synchron
W. Eilenberger (2018) Zeit der Zauberer. Stuttgart: Klett-Cotta [populär, aber gut gemacht; Ludwig Wittgenstein, Walter Benjamin, Ernst Cassirer und Martin Heidegger in den Jahren 1919-192; erstaunliche Konvergenzen]
A. Hitler (2016) Mein Kampf. Eine kritische Edition. Hg. von Christian Hartmann et al. München/Berlin: Institut für Zeitgeschichte
H. Günther (2017) Mit Feuereifer und Herzenslust: Wie Luther unsere Sprache prägte. Berlin: Dudenverlag
L. Hoffmann/S. Kameyama/M. Riedel/P. Şahiner/N. Wulff (Hrsg.) (2017)
    Deutsch als Zweitsprache. Ein Handbuch für die Lehrerausbildung. Berlin: Erich Schmidt Verlag
L. Hoffmann/M. Stingelin (Hg.) (2018) Schreiben • Dortmunder Poetikvorlesungen von Felicitas Hoppe; Schreibszenen und Schrift –
    literatur- und sprachwissenschaftliche Perspektiven München: Fink-Verlag

A. Krause/G. Lehmann/W. Thielmann/C. Trautmann (Hg.)(2017) Form und Funktion. Festschrift für Angelika Redder zum 65. Geburtstag. Tübingen: Stauffenburg
P. Krauss (2017) Singt der Vogel, ruft er oder schlägt er? Handwörterbuch der Vogellaute, Bestandsaufnahme eines aussterbenden Wortschatzes. Berlin: Matthes & Seitz Verlag
M. Moll/W. Thielmann (2016) Wissenschaftliches Deutsch. Konstanz: UVK/UTB  [sehr gutes Arbeitsbuch für Studierende]

Th. M. Seibert (2017) Die Lehre vom Rechtszeichen. Berlin: Duncker & Humblot
E. Strouhal/Chr. Winder (2017) Eine Geschichte des Drohens und Erpressens. Wien: Brandstätter [toll gestaltet, mit schönen Beispielen]
Ch. Taylor (2017) Das sprachbegabte Tier. Berlin: Suhrkamp [sprachtheoretische Überlegungen eines bedeutenden Philosophen: Hobbes-Locke-Condillac versus Hamann-Herder-Humboldt]


Krimis:
O. Bottini (2015) Im Weißen Kreis. Köln: Dumont [NSU]
O. Bottini (2017) Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens [Rumänien, Deutschland, Landnahme – sehr gut geschrieben, literarisch]
J. le Carré (2017) Das Vermächtnis der Spione. München: Bertelsmann [Pflicht, wenn man "Der Spion der aus der Kälte kam", "Dame, König, As, Spion" etc. kennt
L. Cody (2016) Miss Terry. Hamburg: Ariadne [interkultureller Krimi]
W. Schorlau (2018) Der große Plan. Köln: Ki&Wi [politisch, spannend]

Politisch:
N. Chomsky (2017) Requiem for the American Dream: The 10 Principles of Concentration of Wealth & Power. New York: Seven Stories Press
Chr. Kreiß (2015) Gekaufte Forschung: Wissenschaft im Dienst der Konzerne. Wien: Europa
S. Lewis (2017) Bei uns ist das nicht möglich. Berlin: Aufbau [Klassiker des Nobenpreisträgers, wieder aktuell]

Literarisch:
L. Binet (1918) Die siebte Sprachfunktion. Reinbek: Rowohlt [Satire auf den Poststrukturalismus, in der alle Großen ihre Aufritte haben, in Krimiform]
T.C. Boyle (2018) Good Home: Stories. München: Hanser
N. Ebrahimi (2017) Sechzehn Wörter. Berlin: btb
D. Kehlmann (2017) Tyll. Berlin: Rowohlt [Till in den dreißjährigen Krieg versetzt, lesenswert]
B. Kirchhoff (2016) Widerfahrnis. Frankfurt: Frankfurter Verlagsanstalt (Deutscher Buchpreis 2016)
M. Kröger (2015) Havarie. Hamburg: Ariadne [Flüchtlinge auf dem Mittelmeer]
F. Melandri (2018) Alle, außer mir. Berlin: Wagenbach [m. E. das beste Buch zur Flucht, mit historischer Dimension]
R. Menasse (2017) Die Hauptstadt. Berlin: Suhrkamp (Deutscher Buchpreis 2017)

A. Schimmelbusch (2018) Hochdeutschland. Stuttgart: Tropen
N. Wodin (2017) Sie kam aus Mariupol. Reinbek: Rowohlt
J. Zeh (2016) UNTERLEUTEN. München: Luchterhand

200 Jahre Karl Marx am 5. Mai 2018:
Das "Kapital" (3 Bände) sollte man in jedem Fall lesen (es gibt verschiedene Ausgaben), vor allem Band 1, der komplett von Marx ist, später hat F. Engels redigiert.
Marx schreibt gut. Eine vergnügliche Lektüre sind die Briefe von Marx und Engels ("Mohr an General"). Wichtige Texte, neben dem berühmten "Kommunistischen Manifest", sind:

K. Marx (2007) Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte. Studienausgabe H. Brunkhorst Hrsg./Komment. Berlin: Suhrkamp
K. Marx (2009) Ökonomisch-philosophische Manuskripte. Studienausgabe. M. Quante Hrsg./Komment. Berlin: Suhrkamp [wichtige Arbeit des jümgeren Marx, 1844, zur Entfremdung etc.]

F. Butollo u.a. (Hg.)(2018) Kritik des Kapitalismus: Schriften zu Philosophie, Ökonomie, Politik und Soziologie. Berlin: Suhrkamp [kommentierte Texte]
J. Neffe (2017) Marx. Der Unvollendete. München: C. Bertelsmann [engagiert, emphatisch]
M. Quante (2018) Der unversöhnte Marx: Die Welt in Aufruhr. Paderborn: mentis
M. Quante/D. P. Schweikard (Hrsg.)(2016) Marx-Handbuch: Leben – Werk – Wirkung. Stuttgart: Metzler
G. Stedman Jones (2017) Karl Marx: Die Biographie. Frankfurt: S. Fischer [differenziert, detailliert, historisch]






 


 

> zurück